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Pressler GmbH

Planung und Bauforschung

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Bohrer für die Dendrochronologie: Hinweise für die richtige Handhabung (altes und neues Design)

 

Der Kernbohrer (technische Daten siehe unter Dendrobohrer) ist das Ergebnis einer langen Versuchsreihe und speziell für den Einsatz in der Dendrochronologie von uns entwickelt worden. Er wird in Deutschland gefertigt und besteht aus HSS-Stahl (Hochleistungsschnellstahl). Zusätzlich sind die einzelnen Komponenten des Bohrers unterschiedlich für den jeweiligen Einsatzzweck gehärtet. Der Bohrer besitzt einen Aufnahmeschaft für 13 mm oder 16 mm Bohrfutter. Zu den für den Einsatzzweck der Dendrochronologie geeigneten Bohrmaschine gehört die Metabo B E 622 S- R+L oder vergleichbare Typen. Mit etwa max. 600 U/min und 620 W liefert diese Maschine die ideale Umdrehungszahl und entfaltet dabei eine vergleichsweise hohe Kraft. Häufig findet daher diese Maschine in Zimmereibetrieben ihren Einsatz. Aufgrund des hohen Kraftmoments darf die Maschine nur mit dem zusätzlichen Haltegriff (Ausstattungsumfang der Bohrmaschine) betrieben werden. Es ist darauf zu achten, dass die Bohrmaschine über ein noch funktionsfähiges Bohrfutter verfügt. Die besten Erfahrungen macht man mit Zahnkranzbohrfutter, die mit dem Schlüssel ausreichend nachgespannt werden können. Alte Bohrfutter zeigen häufig Abnutzungserscheinungen auf den Bohrfutterbacken. Sie können den Bohrer nicht ausreichend festhalten. Ergebnis: der Bohrer rutscht im Bohrfutter durch. Ein anderer Effekt tritt auf: Durch die abgenutzten Bohrfutterbacken können sich Unwuchten einstellen. Der Bohrer läuft nicht mehr rund bzw. „schlägt“. Der Austausch der Bohrfutterbacken sollte daher von Zeit zu Zeit genauso selbstverständlich sein, wie das Nachschärfen des Bohrers selbst.
Die Ausführung im neuen Design beseitigt diesen Effekt, verlangt aber ein exaktes Einspannen. Bohrfutterbacken und die plangefrästen Flächen auf dem Schaft müssen übereinander stimmen. Dann unterbleibt ein Durchrutschen des Bohrers.


Der Bohrer ist nur mit Hilfe einer Bohrführung (Sonderwerkzeug) einsatzfähig!

 

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Bereits mäßiger Druck reicht für den Vortrieb. Selbstverständliche Voraussetzung - eine scharfe Bohrkrone.


Das Bohren am Objekt nur mit mäßigem Druck ausführen und darauf achten, dass die Späne gleichmäßig ausgeworfen werden. Versiegt der Spanauswurf , muss der Bohrer etwas aus dem Bohrloch herausgezogen und wieder eingeführt werden. Dadurch wird in der Regel der Spankanal von den zusammengepressten Spänen befreit. Insbesondere bei sehr feuchten Hölzern verklebt das Bohrmehl häufiger. Das Gewinde des Bohrerschaftes darf nicht eingeölt werden. Sollte sich Schwergängigkeit einstellen, zunächst mit einer Drahtbürste das Gewinde reinigen und anschließend mit Grafit oder einer Kupferpaste (z.B: OKS 240, im Fachhandel erhältlich) die Leichtgängigkeit wieder herstellen. Sehr gut eignet sich auch ein PTFE-Spray, dass Sie in unserer Preisliste finden. Den Bohrerschaft nicht mit Schlüsseln festdrehen. Es reicht, wenn beide Teile - Bohrer und Schaft - mit der Hand leicht festgedreht werden. Soll Bohrer und Schaft voneinander getrennt werden, kann dieses mit zwei handelsüblichen Gabelschlüsseln
17 mm vorgenommen werden.

Wir empfehlen bei abgerissenen Bohrkernen, den Bohrer mittels 17 mm Gabelschlüssel vom Bohrfutterschaft zu trennen, und den Bohrkern von der Bohrspitze aus mit einem  Rundstahl (im Werkzeugsatz enthalten) herauszudrücken. Dieser Weg wird in der Regel erfolgversprechender sein, da der Bohrer etwa 15 mm von der Bohrkrone entfernt innen einen Versatz aufweist und das Ausdrücken von der Gegenseite dadurch erschwert ist. Eine zu große Hitzeentwicklung schadet dem Bohrer und bei Überhitzung geht die Härtung des Metalls verloren. Daher den Bohrer bei zu hoher Belastung rechtzeitig absetzen und abkühlen lassen. Unter normalen Bedingungen tritt eine Überhitzung jedoch nicht auf. Im praktischen Einsatz tritt der Fall meist erst dann auf, wenn die Bohrkrone stumpf und der Vortrieb durch allzu hohen Kraftaufwand erreicht werden soll. Normalerweise ist nur leichtes Nachdrücken beim Bohren erforderlich. Zu großer Kraftaufwand deutet auf die Notwendigkeit des Nachschärfens hin. Dem Bohrer ist eine zu hohe Belastung auch anzusehen, indem die Bohrspitzen blau anlaufen. Sollte dies der Fall sein, hat der Bohrer seine Standfestigkeit verloren und muss in kürzeren Intervallen nachgeschärft werden. Nach den derzeit vorliegenden Erfahrungen lassen sich wohl 100 Bohrungen und mehr durchführen, bevor nachgeschärft werden muss.

Von einem Nachschärfen in Eigenregie wird dringend abgeraten. Bei normaler Abnutzung können wir den Bohrer in unserer eigenen Werkstatt schärfen, bei starker Abnutzung oder unsachgemäßer Behandlung geschieht dies durch einen Fachbetrieb. Beim Nachschärfen kommt es darauf an, dass die vorgegebenen Winkel der Bohrkrone genau beibehalten werden. Nur dann ist die Leistungs-fähigkeit des Bohrers auch weiterhin garantiert. Die Bohrer sind mit einer

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Spezialbeschichtung ausgestattet. Sie verbessert den Spänefluss erheblich. Ein Stau der Späne im Spankanal kommt jetzt in weit geringerem Maße vor.

Nur wenige Fachbetriebe sind in der Lage, den Bohrer nachzuschärfen. Eine Spezialschleifma-schine kommt hier zum Einsatz.

Daher kann mit einem permanenten Vortrieb gearbeitet werden. Abgerissene bzw. gebrochene Bohrkerne lassen sich zwar nicht ganz vermeiden, konnten aber reduziert werden. Es sollte deshalb mit nur geringem Kraftaufwand gebohrt werden.

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Die Standfestigkeit der Beschichtung ist beschränkt und ein Abrieb auf Dauer nicht zu vermeiden. Der Typ der Beschichtung stellt jedoch einen guten Kompromiss zwischen Standfestigkeit und Spantransport dar. Wir haben uns bei der Festlegung des Beschichtungs- typs mehr für den optimalen Spantrans- port entschieden. Bei eigenen Anwendungen des Bohrers musste bisher noch keine Beschichtung erneuert werden - trotz hunderte von

Eine Spezialbeschichtung verbessert die Proben-entnahme erheblich. Durch den permanenten Spänefluss braucht der Vortrieb nicht mehr so oft unterbrochen zu werden.


Bohrungen. Die Beschichtung leidet allerdings beim Einsatz stumpfer Bohrer durch die Hitzeeinwirkung, sodass auch hier wieder empfohlen wird, den Bohrer rechtzeitig nachschärfen zu lassen.

Sollte dennoch die Beschichtung soweit abgerieben sein, dass ihre Funktion nachlässt, kann sie neu aufgetragen werden. Die Kosten entnehmen Sie bitte der Preisliste.

Nach den bisherigen Erfahrungen ist der Bohrer weniger für Frischholz geeignet.



 Projekte / Aktuelles



Besuch aus Köln:

Die Mitarbeiter des Dendro-labors der Universität Köln
vom 15.-16.07. 2013
zu Gast im Emsland.
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FR, Normandie: Zimmerei-Workshop auf Château de Gaillon, 25.05. - 02.06.2013.

Weitere Dendrodatierungen
in der Normandie.

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Tag des offenen Denkmals:

08. und 09. Sept. 2012

Eine Tondiaschau erläutert ausführlich die Methode der Dendrochronologie

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NL, Schoonebeek - südliche Drenthe: Eine systematische Erfassung der historischen Bausubstanz

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DE, Frieslands romanische Kirchen: Reihenunter-
suchungen an Dachwerken

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NL, 's-Hertogenbosch: Lassen sich Stadtbrände mit Hilfe der Dendrochronologie räumlich genauer eingrenzen?

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FR, Normandie: Grangienbau nach dem 100-jährigen Krieg

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NL, Terborg: Archäologen legen ein großes mittel-alterliches Siedungsareal frei

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RO, Rumänien: Mittelalterliche Zimmerungstechniken geben Rätsel auf

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